Strategie Mai 2021

Zu Beginn des Wonnemonats Mai stellen sich viele Anleger wieder die Frage: "Sell in May and go away"? Denn die saisonal starke Phase für die Aktien endet im April. Zwischen Mai und September sind historisch betrachtet die Aktienrenditen geringer. Mit welchen Chancen und Risiken ist aus sentix-Sicht zu rechnen?

Saisonmuster bei Aktien

Das Aktien-Börsenjahr lässt sich statistisch in zwei Hälften unterteilen. Gemessen an den letzten 33 Jahren (Quelle: seasonax.com) unterscheiden sich beide Perioden für den deutschen Aktienmarkt signifikant im durchschnittlichen Ertrag.

So konnten Anleger zwischen dem 1.10. und dem 30.4. eines Jahres, also über den Winter hinweg, im Durchschnitt 20,23% Ertrag (annualisiert) im DAX erwirtschaften. In 85% der Jahre stiegen die Aktien an. Also 28 Gewinnperioden standen nur 5 Verlustperioden gegenüber.

Zwischen dem 1. Mai und dem 30. September, also den Sommermonaten, sieht die Bilanz für DAX-Investoren in den letzten 33 Jahren sehr viel schlechter aus. -7,8% lautet der durchschnittliche, annualisierte Ertrag. 16mal stieg der DAX in diesem Zeitraum und 16mal viel er zurück.

Die Bilanz ist also eindeutig: die beste Zeit für Aktien scheint mit dem Ende des April-Monats vorbei zu sein. Sollte man nun also alle Aktien verkaufen?

Aktuelle Chancen und Risiken

Wenn wir einen Blick auf unsere aktuelle Portfoliopositionierung werfen, dann scheint es so, als ob wir uns nach diesem saisonalen Ratschlag gerichtet haben. Denn wir haben unsere Portfolien schon seit einigen Wochen defensiv aufgestellt. Dies hatte aber weniger saisonale Gründe. Denn dann hätten wir ja mindestens bis Ende April warten müssen. In unserer Analyse spielen saisonale Faktoren durchaus eine wichtige Rolle, jedoch weniger als Hauptkriterium für eine Anlageentscheidung, sondern als verstärkenden oder bremsenden Faktor.

Die primären Indikatoren für unsere Anlageentscheidungen sind unsere sentix-Indizes. Dabei bestimmen die Konjunkturindizes im Wesentlichen unsere strategische Ausrichtung. Die Konjunkturerwartungen bleiben sehr hoch, obwohl speziell in Europa noch in vielen Ländern Lockdown-Einschränkungen bestehen. Diese scheinen aber vor allem das verarbeitende Gewerbe bislang wenig zu bremsen. Dennoch erachten wir die konjunkturellen Erwartungen als zu weit vorausgelaufen. Die Lagewerte verbessern sich zwar, liegen aber gerade an der Expansionsschwelle. Die Rezession ist also keineswegs vollständig überwunden.

Die zweite Gruppe der sentix-Indikatoren, die wir betrachten, liefert vor allem taktische Signale. Neben dem sentix-Sentiment, welches die Stimmungen der Anleger reflektiert, ist hier der Strategische Bias zu nennen. Dieser Index spiegelt das Grundvertrauen der Anleger wider, welches wiederum durch die Wertwahrnehmung der Anleger geprägt ist. Der Strategische Bias fungiert demnach ähnlich einem Bewertungsindikator und hat deshalb vorauslaufenden Charakter. Entsprechend kritisch war für uns deshalb in den letzten Wochen, dass sich dieses Grundvertrauen sukzessive abgeschwächt hat. Die Aktienmärkte werden also zunehmend als "teuer" empfunden und es entsteht dadurch eine wachsende Verkaufsbereitschaft bei den Anlegern.

Neben unseren Sentimentindikatoren betrachten wir systematisch weitere Risikofaktoren. Zu diesen zählen die Positionierung der Anleger und die markttechnische Verfassung. Seitens der Markttechnik erhalten wir momentan klare Signale auf eine gewisse Überhitzung.

sentix Risikoradar - Veränderungen im Risikomix der Anlagen

sentix Risikolevels - Ausrichtung von Anlegerportfolien

Im Risikoradar, welches wir obenstehend zeigen, führt diese überkaufte Lage jedoch nicht zu einem klar messbaren Gesamt-Risiko. Die schlechte Stimmung liefert einen gewissen Ausgleich.

Anleger geben immer noch Gas

Dennoch bleiben wir defensiv ausgerichtet. Und dies liegt an der Positionierung der Anleger. Das zweite Chart oben zeigt das Risiko-Niveau, welches die Anleger in ihren Portfolien aktuell eingehen. Und dieses Portfolio-Risiko liegt nach wie vor im offensiven Bereich. Trotz der rückläufigen Wertwahrnehmung, trotz der überkauften Markttechnik und trotz der nun beginnenden schwächeren Aktienperiode setzen die Anleger noch immer auf Offensive.

Dies erscheint aus unseerr Sicht nicht angemessen und deutet einerseits auf eine vorhandene Risikofreunde im Markt und zum anderen auf fehlende Anlagealternativen hin. Es handelt sich damit um keinen stabilen Zustand, eine Konsolidierung bzw. Korrektur im Mai-Monat würde uns nicht überraschen.

Eine generelle Trendwende scheint aber nach unseren Analysen nicht auf der Agenda zu stehen. Vielmehr könnte eine geordnete Mai-Konsolidierung die Basis für einen nochmaligen Anstieg bis Mitte Juli legen. Denn auch wenn die Periode Mai bis September im DAX meist wenig Grund zur Freude liefert: das statistische Hoch liegt nicht im Mai, sondern wird im DAX zum 17. Juli ermittelt (Basis: letzte 33 Jahre, Quelle: seasonax.com).

Der abschließende Blick auf Anleihen, Währungen und Gold

Bei den Edelmetallen scheint der Boden durchschritten zu sein. Das Grundvertrauen der Anleger befindet sich wieder im Aufwärtstrend und die Positionierung liegt noch immer nahe der Jahrestiefstände. Die steigenden Inflationsraten in Euroland und den USA führen zu wieder stärker in den negativen Bereich tendierenden Realrenditen. Und negative Realrenditen sind in der Regel mit steigenden Edelmetallpreisen verbunden.

Die zwischenzeitlich in unserem Research aus den Sentimentdaten angezeigte taktische Erholungschance bei Renten hat nicht die erhofften Kursgewinne gebracht. Mehr wie eine Stabilisierung der Kurse war in den letzten Wochen - vor allem bei US-Bonds - nicht zu beobachten. Der jüngste Rückgang im Strategischen Bias unterstreicht, dass die strategisch belastenden Faktoren für Anleihen, allen voran die absehbar weiter steigenden Inflationsraten, wieder stärker das Kursgeschehen prägen. Wir erwarten, dass sich die Forderungen nach einer Einschränkung der sehr expansiven Geldpolitik an die Notenbanken verstärken werden. Deshalb nehmen wir wieder eine neutralere Haltung zu Anleihen ein.

Im Währungsbereich sind für uns weiter keine größeren Chancen oder Risiken erkennbar. Wir favorisieren weiter leicht den US-Dollar gegenüber Yen und Euro.

 


Wie sich unsere Fonds in diesem Umfeld positionieren und wie die Entwicklung im abgelaufenen Monat war, erfahren Sie je nach Fonds hier:

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