Strategie Juli 2021

Während sich die Konjunktur global weiter erholt, macht sich unter den Aktienanlegern eine gewisse Irritation breit. Wie lange können die Notenbanken ihren expansiven Kurs noch beibehalten angesichts deutlich steigender Inflationsraten? Und auch Gold-Bullen treibt die Frage nach dem künftigen Kurs der Zentralbanken um.

Konjunkturerwartungen durchschreiten Zenit

Im Juli präsentiert sich die Konjunktur global weiter in guter Verfassung. Die Öffnung der Dienstleistungsbereiche treibt die Erholung der Lagewerte voran. Erstmals seit dem ersten Halbjahr 2018 befinden sich wieder alle Konjunktur-Gesamtindizes, auch der in Lateinamerika, im positiven Bereich. Ein so starker und aufgrund der Pandemie synchronisierter Aufschwung ist einerseits eine gute Nachricht für die Aktienmärkte. Andererseits befeuert dies jedoch auch die Rohstoffpreise und damit die Inflation. In "normalen" Zeiten wären wohl schon längst deutlich steigende Zinsen zu beobachten. Doch EZB und FED senden noch keine wirklich ernstzunehmenden Signale für eine Umkehr ihrer aktuell sehr expansiven Geldpolitik.

Das ist die bullische Nachricht für den Aktienmarkt. Es gibt jedoch auch zunehmend kritische Entwicklungen zu vermelden. Eine betrifft die Konjunkturerwartungen. So robust die aktuelle Lage auch ist, bei den Erwartungswerten scheint der Zenit durchschritten. In den USA sinken die Konjunkturerwartungen den dritten Monat in Folge. Das dürfte den Aktienmarkt nicht gänzlich unberührt lassen. 2006 und 2010 hatten wir ähnliche Konstellationen und damals korrigierten die Aktienmärkte zwischen 10 und 15 Prozent, als die Erwartungen einen "Dip" hinlegten. Danach ging der Aufwärtstrend jeweils weiter. Ähnlich dürfte es auch diesmal laufen.

Marktbreite und Sommermonate

Die anstehende Sommerphase bietet dafür den idealen Rahmen, denn traditionell neigen Aktien ab Mitte Juli bis Mitte September zur Schwäche, zumindest zur Konsolidierung. Im letzten Jahr fiel die Sommerkorrektur aus, aber in der Mehrzahl der Jahre sind die Sommerwochen für die Urlauber entspannend, für die Depots meistens weniger. Zumal wir eine steigende Irritation der Anleger messen. Kurz- und mittelfristig geben viele Anleger an, keine klare Meinung zu haben. Diese hohe "Neutralität" ist in der Regel ein Vorbote für eine steigende Marktvolatilität - und diese ist eher mit fallenden als mit steigenden Kursen korreliert.

Wahnsignale gibt es auch von der Marktbreite. Im Chart unten rechts haben wir den Anteil der Aktien im Stoxx 600 Index aufgelistet, die über dem 50-Tage-Durchschnitt notieren. Hier ist erkennbar, dass sich dieser Anteil in den letzten Wochen deutlich reduziert hat, obwohl der Markt weiter neue Verlaufshochs erreicht hat. Man spricht in diesem Fall von einer negativen Divergenz. Und eine solche negative Divergenz ist ein Warnsignal. Die Marktbreite, gemessen an der Zahl steigender und fallender Aktien ist noch intakt. Gemessen am Momentum machen sich dagegen bereits "Abnutzungserscheinungen" bemerkbar.

sentix Risikoradar - Veränderungen im Risikomix der Anlagen

Aktien über 50-Tage-Durchschnitt im STOXX 600

Der Blick auf das Risikoradar

Im Risiko-Radar drücken sich diese Risiken dagegen nur bedingt aus. Aktuell sind vor allem US-Aktien überreizt, aber da die Stimmungswerte weitgehend neutral bis leicht negativ sind, fehlt es hier an einem klaren "emotionalen" Signal. Wir erwarten deshalb auch nicht, dass durch ein "Sommer-Gewitter" der Aufwärtstrend grundsätzlich in Gefahr gerät oder gar ein Bärenmarkt droht. Dazu ist auch die konjunkturelle Erholung bislang noch zu robust. Wir bleiben dennoch weiter defensiv in unserer Grundausrichtung bei Aktien. Kaufgelegenheiten sehen anders aus.

Der abschließende Blick auf Anleihen, Währungen und Gold

Zu den Anleihemärkten gibt es nicht wirklich etwas Neues zu berichten. Wir erachten die Bonds weiter als unattraktiv. Unser Themenbarometer zeigt deutliche Belastungen für Bonds, sowohl durch die Konjunkturerholung als auch die steigenden Inflationsraten. Auch die Staaten bleiben weiter fiskalisch expansiv. Die Bonds hängen nur noch am "seidenen" Faden der Notenbanken. Bisher hält dieser, doch stellt dies aus unserer Sicht keinen hinreichenden Kaufgrund dar.

Als Depotbeimischung und zur Risikoreduktion eignen sich u.E. Edelmetalle weit besser. Die Juni-Korrektur hat die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt und so wundert es nicht, dass der Markt ein paar Wochen braucht, eine neue Basis auszubilden. Die Perspektiven für Gold, die sich aus der expansiven Geldpolitik und dem anhaltend Niedrigszinsumfeld ergeben, sind intakt. Das sehen auch die Anleger so. Das strategische Grundvertrauen bleibt gegeben. Im sentix Risk Return -M- Fonds bleiben Edelmetalle ein Portfolioschwerpunkt.

Im Währungsbereich liegen sich widersprechende Signale vor, so dass wir hier eine neutrale Haltung eingenommen haben.

 


Wie sich unsere Fonds in diesem Umfeld positionieren und wie die Entwicklung im abgelaufenen Monat war, erfahren Sie je nach Fonds hier:

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