Monatsreporting August 2016

Der Monat August brachte wenig Bewegung, Aktien- wie auch Rentenmärkte entwickelten sich größtenteils seitwärts. Dieses Umfeld führte auch für die sentix Fonds zu keiner wesentlichen Wertveränderung. Für den anstehenden Herbst dürften jedoch größere Marktbewegungen anstehen. Dies zeigen die sentix-Indikatoren an.

Rückblick

Die globalen Aktienmärkte traten im August auf der Stelle. Ausgehend von der Lethargie in den USA brachten selbst neue Zinsspekulationen seitens der FED wenig Bewegung. Auffällig ist, dass die Anleger ihr Grundvertrauen zum Aktienmarkt stetig ausbauen. Führend sind hierbei die Institutionellen, deren Strategischer Bias neue Jahreshochs markierte. Ähnlich sieht es auch auf der Konjunkturseite aus.

Nach dem Brexit-Schock Ende Juni schrauben die Anleger überraschenderweise ihre Erwartungen für die globale Konjunktur wieder sukzessive nach oben. Dies führt zu einem Umfeld, in dem Aktien klar vor Renten zu präferieren sind. Genau aus diesem Grund haben wir in unseren Total Return Fonds die Aktienbestände weiter ausgebaut. Im sentix Total Return -defensiv- haben wir die Aktienquote von rund 30 % zum Monatsanfang auf 50% bis Ende August erhöht. Im historischen Vergleich ist dies eine sehr offensive Positionierung.

Das Basisinvestment lag am Monatsanfang im S&P 500. Aufgestockt wurden europäische Dividendentitel mit dem DAX und Euro STOXX 50 sowie asiatische mit dem Nikkei 225-Index. Die Beimischung am chinesischen Aktienmarkt wurde über ein ETF ebenfalls ausgebaut und beträgt nun 3,5% am Fondsvermögen. Akzente hatten wir auf der Branchenseite gesetzt, in dem wir Banken- und Konsumtitel über Futures verkauft hatten, um von einer relativen Underperformance dieser Sektoren zu profitieren. Im Laufe des Monats haben wir in einem ersten Schritt die Banken „neutralisiert“.

Dies erfolgte über aussichtsreiche Bank-Einzeltitel. Hintergrund war das extrem bearishe Sentiment, das wir als Kaufindikation interpretierten. Die darauffolgenden positiven Chartsignale im Bankensektor haben wir dann zum Anlass genommen, die gehaltenen short-Futures auf Banken einzudecken. Damit sind wir nun im Banken-Sektor sogar leicht long.

Bei Goldengagements war es gut, Zurückhaltung zu üben. Da die Anleger sehr offensiv aufgestellt waren (hohe Positionierungswerte), zeigten unsere Indikatoren Rückschlaggefahren an. Die erwarteten Korrekturen laufen mittlerweile „planmäßig“ ab. Auch für Öl verdunkelten sich die Wolken, sodass die Abstinenz im Rohstoffbereich angebracht war.

Auf der Währungsseite hielten wir weiterhin an der Strategie fest, auf eine Abschwächung des japanischen Yens zu setzen. Wenn wir im der ersten Monatshälfte noch den US-Dollar als Hauptnutznießer sahen, so veranlassten uns die hohen short-Bestände im "Cable"-Wechselkurs (GBP/USD) auf eine Erholung im britischen Pfund zu setzen. Unsere Währungspositionierung haben wir daher auf GBP long und YEN short angepasst. Der Umstieg wurde auch postwendend belohnt. Flankiert wird dieses Engagement mit einer Euro long und Dollar short Position.

Mit dem sentix Total Return -defensiv- konnten wir im Juli ein Plus von 0,1 Prozent verbuchen (I-Tranche). Im bisherigen Jahresverlauf hat der Fonds 0,55 % zugelegt. Die R-Tranche entwickelte sich seitwärts. Der Fonds verfolgt einen Benchmark freien, flexiblen Total-Return-Ansatz mit einer Wertuntergrenze von 90% bezogen auf das Kalenderjahr. Ziel ist es, sehr risikokontrolliert einen Mehrwert zum Geldmarkt zu erwirtschaften.

Auch im sentix Fonds Aktien Deutschland waren wir mit einer durchschnittlichen Aktienquote von 113% offensiv ausgerichtet. Der Fonds hat im August 2,5 % an Wert gewonnen und sich damit genauso entwickelt wie seine Benchmark (DAX). Damit bleibt die Bilanz des sentix Fonds Aktien Deutschland für 2016 und seiner Gesamthistorie sehr positiv. Der Fonds hat seine Outperformance seit Jahresanfang bestätigt und liegt rund 3,5 Prozent besser als der DAX.

Beachtenswert ist hierbei die Tatsache, dass dieser Mehrertrag (nach Kosten) ausschließlich über die Investitionsgradsteuerung erzielt wurde. Der Investitionsgrad kann dabei zwischen 80 und 120% schwanken. Wie gut muss die Prognosekraft sein, um mit dieser überschaubaren Abweichung 3,5% Outperformance zu erzielen? Wenn die aktive Positionierung im Durchschnitt Plus/Minus 10% beträgt, so heißt dies, dass insgesamt 35% Anstieg und/oder Rückgang des DAX korrekt prognostiziert wurden. Diese 35% richtig erkannte Wegstrecke sind eine „Netto-Zahl“. Sie beinhaltet alle falschen und richtigen Positionierungen, die Transaktionskosten sowie die Verwaltungskosten. Die „brutto“ richtig erkannte Wegstrecke des DAX (= Alpha des sentix-Ansatzes) ist demzufolge noch wesentlich größer.

Ausblick

Im Moment scheinen die Aktienmärkte förmlich „gedeckelt“ zu sein. Dies liegt gemäß unseren Analysen an zwei wesentlichen Faktoren: Einerseits steht mit dem September ein im Jahreszyklus saisonal schwacher Monat an, der den Anlegern einen gewissen Respekt einflößt. Andererseits gerät die US-Wahl nun verstärkt in den Anlegerfokus, zumal sich derzeit die Umfragewerte von Donald Trump erhöhen.

Ungeachtet dieser Unwägbarkeiten attestieren die Investoren den Aktienmärkten ein sehr gutes Investitionsumfeld und zeigen bislang keinerlei Verkaufsbereitschaft. Ihr Grundvertrauen festigt sich weiter, sodass wir - ungeachtet der kurzfristigen Fragestellungen an den Märkten - von einem anhaltend positiven Jahresverlauf am Aktienmarkt ausgehen.

Umgekehrt sehen wir mit Sorge die Kurskapriolen am Rentenmarkt. Gäbe es nicht mit der EZB einen Marktspieler, der permanent für „künstliche“ Nachfrage sorgt, würde diese Assetklasse in einem vergleichbaren Umfeld stark unter die Räder kommen. Aus Risiko-/Chance-Überlegungen halten wir daher seit längerem keine long-Positionen. Unsere Indikatoren zeigen klare Hinweise auf fallende Rentenkurse. Hiervon möchten wir mit short-Strategien profitieren.

Auf der Rohstoffseite dürfte die eingeläutete Korrektur ebenfalls noch ein Stück weitergehen. Hier belasten negative saisonale Effekte sowie äußerst riskante Anlager-Positionierungen die Edelmetall- und Ölmärkte.