Strategie November 2019

Kommt nun eine konjunkturelle Erholung? Der Dreh im "first mover", den sentix Konjunkturindizes, legt genau dies nahe. Zudem befinden wir uns in der saisonal günstigsten Phase für Aktien. Das eröffnet Chancen!

Dreh im "first mover"

Die sentix Konjunkturindizes senden zu Beginn des Monats November positive Signale. Nicht nur die Erwartungswerte, sondern auch die Lagebeurteilungen, steigen und dokumentieren damit, dass die Anleger Hoffnungen auf eine Wirtschaftsbelebung haben und zudem ihren zuvor gehegten Pessimismus etwas korrigieren.

Damit folgen die konjunkturellen Frühindikatoren der hier im letzten Monat aufgezeigten Indikation durch die Geldmengenaggregate. Denn viele Notenbanken, allen voran EZB und US-FED, haben in den letzten drei Monaten ihre Geldpolitik wieder expansiver ausgerichtet, um den drohenden Rezessionsgefahren entgegen zu wirken. Offenbar mit Erfolg. Denn zum einen hat sich das Geldmengenwachstum wieder beschleunigt, zum anderen springt der Funke nun auf die Konjunkturerwartungen der Anleger über.

In Asien und Japan befinden sich die Konjunkturerwartungen bereits wieder im positiven Bereich, was auf die Aktienmärkte dort besonders ausstrahlt. Aber auch Export-Märkte wie Deutschland profitieren. Direkt und indirekt über die zyklischere Ausrichtung der im Index enthaltenen Aktien. Unsere seit August klar zyklische Sektorausrichtung, die wir über eine marktneutrale Sektorstrategie in den Risk Return-Fonds umsetzen, kann davon ebenfalls profitieren.

Wir gehen davon aus, dass sich diese zyklische Erholung fortsetzt und in den nächsten Wochen auch durch andere Indikatoren bestätigt wird.

STOXX 600 Kursindex (orange) und Performanceindex (blau)

Saisonalitätsmuster im DAX (historischer Durchschnitt in orange und akt. Jahr in blau)

Saisonaler Rückenwind

Hinzu kommt ein saisonaler Rückenwind für Aktien. Denn die Periode November bis April gilt als das deutlich stärkere Halbjahr für Aktien, während die Periode Mai bis Oktober schon oft zu Enttäuschungen für Aktienbesitzer führte. Im letzten Jahr traf dies allerdings nicht zu und wir mussten eine außergewöhnliche Aktienschwäche erleben. Trauriger Höhepunkt waren die deutlichen Kursverluste des S&P 500 selbst am Heiligen Abend.

Ursache dafür war aber eine Schwäche im strategischen Grundvertrauen. Anfang Oktober 2018 kam es zu einem Abriss im Strategischen Bias für Aktien. Einem solchen Vertrauensschwund folgt meist ein Verkaufsdruck. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall. Der Strategische Bias ist in den letzten Wochen tendenziell weiter gestiegen und befindet sich auf moderat positivem Niveau. Bei einer insgesamt neutralen Anlegerpositionierung ist zur Zeit nicht mit einem vergleichbaren Verkaufsdruck zu rechnen. Ferner gilt zu bedenken, dass Aktienmärkte das Jahr oft so beenden, wie sie es begonnen haben. Im Januar 2018 korrigierten die Aktien ebenso kräftig wie im Dezember. IN 2019 dagegen war der Januar ein ausgesprochen positiver Monat. Und selbst im Sommer, als einige Hiobsbotschaften zu verkraften waren, zeigten sich die Aktienmärkte robust.

Fondsmanager, die oftmals einen Hang dazu haben, ihren Anlegern am Jahresende eine Ausrichtung zu präsentieren, die im ganzen Jahr richtig gewesen wäre ("window dressing"), dürften demnach eher nochmals auf der Kaufseite tätig werden. Die letzten Wochen des Jahres könnten demnach auch unter zyklischen Gesichtspunkten erfolgreich verlaufen.

Allzeit-Hochs, Widerstände und Bewertung

Als kurzfristige Spaß-Bremsen könnten sich zwei technische Marken erweisen. Zum einen notiert der DAX nur noch wenig unterhalb seines "all time high". Richtig, der DAX notiert trotz Rezessionsbefürchtungen fast auf Allzeit-Hoch. Der STOXX 600, das Gegenstück zum S&P 500 in Europa, müht sich gerade, einen "Jahrhundertwiderstand" bei rund 400 Punkten aus dem Weg zu räumen. Erfahrungsgemäß können solche Widerstände, wie der Name schon gesagt, Kursanstiegen im Wege stehen.

Dennoch glauben wir nicht, dass diese Hürden nachhaltig den Kursaufschwung bremsen werden. Denn im Gegensatz zu vielen Marktbeobachtern sind unseres Erachtens die Aktien relativ günstig. Ein Allzeit-Hoch im DAX bedeutet nicht, dass deutsche Aktien zu teuer sind oder gar "furchtbar hoch" stehen. Anleger sollten sich bewusst machen, dass der DAX als Performance-Index (also inkl. der zwischenzeitlichen, üppigen Dividenden) kaum höher als im Jahr 2015 notiert. Betrachtet man den Kursindex, so fehlt dem DAX noch einiges bis zum 2015er und 2018er Hoch.

Auch der STOXX 600 liegt kursmäßig auf dem Niveau von 2000, 2008 und unterhalb von 2015. Das 400er Niveau, von uns spöttisch als "europäischer Sargdeckel" tituliert, ist also einerseits ein zentrales Widerstandsniveau, andererseits wird es durchaus Zeit, nach rund 20 Jahren einen solchen Widerstand auch einmal hinter sich zu lassen.

Denn nur vordergründig sind die Aktien mit einem KGV von 15 (DAX) und 18 (STOXX 600) überdurchschnittlich teuer. Eine solche rückwärtsgerichtete Betrachtung führt zwangsläufig zu einer vorsichtigen Beurteilung der Aktienmärkte. Außen vor bleibt jedoch, dass sich die Zinslandschaft in den letzten Jahren dramatisch verändert hat - und Niedrigzinsen wohl noch längere Zeit die Anlagelandschaften prägen.

2007 beispielsweise waren Aktien "billiger" als heute - und fielen trotzdem 2008 ins Bodenlose. Damals notierten 10jährige Bundesanleihen jedoch bei rund 5%. Und heute? Heute sind Anleihen nahezu "unendlich" teuer. Oder wie soll man Negativzinsen sonst berücksichtigen?

Mario Draghis "Abschiedsgeschenk" eines unlimitierten Ankaufprogramms für Anleihen und die Aussicht auf noch viele Jahre mit niedrigsten Zinsen erfordern von Anlegern mehr und mehr, den Zins in ihren Überlegungen mit zu berücksichtigen. Gelder, die in den letzten Jahren noch in Anleihen einigermaßen zu parken waren, dürften nur noch in wenigen Anlageklassen eine ertragreiche Zukunft vorfinden. Aktien gehören unseres Erachtens nach dazu.

Bonds mit hohen Risiken

Und so kommen wir zum Abschluss wieder zu Bonds und können nur unsere seit Monaten mantraartig vorgetragenen Worte wiederholen: Bonds, vor allem Bundesanleihen, sind völlig unattraktiv und u.E. mit hohen Risiken beladen. Dies zeigt sich mit Blick auf die sehr flachen Zinsstrukturkurven, aber auch mit Blick auf den Strategischen Bias. Dieser fällt und weckt Erinnerungen an die Aktien im Vorjahr!

Der Dreh in den Konjunkturerwartungen ist negativ für Anleihen. Unsere Analysen deuten auf eine Versteilerung der Zinsstrukturkurven und damit besonderen Druck am langen Ende hin.

Gold- und Währungssignale

Die Korrektur im Goldpreis ist noch nicht beendet. Sie verläuft bislang aber konstruktiv, so dass wir schon erste kleine Rückkäufe getätigt haben und bereits in wenigen Wochen eine neue, größere Einstiegsgelegenheit erwarten. Taktische Signale liegen gemäß unserer Analyse auch bei EUR-USD (pro Euro) und USD-JPY (pro US-Dollar) vor.

 


Wie sich unsere Fonds in diesem Umfeld positionieren und wie die Entwicklung im abgelaufenen Monat war, erfahren Sie je nach Fonds hier:

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